EVB-Fahrer beim RhEinrad-Cup in Bonn

Der RhEinrad-Cup, der gerade seine dritte Auflage erlebte, sah heuer mit Henriette Höhne, Timo Hirschmann und Michael Höhne (alle TSV Gars) auch Fahrer des Einradverband Bayern zu Gast. Mit ihren 600 Anreisekilometern hätten die drei die Kategorie „weiteste Anfahrt“ wohl mit Abstand gewonnen. Die erfreuliche Anzahl von über 100 Cup-Teilnehmern setzte sich vorwiegend aus Fahrern der Bundesländer NRW und Niedersachsen zusammen, dazu kamen einige Gäste aus den Niederlanden und aus Belgien.

Hat es sich gelohnt, für diesen Ein-Tages-Wettkampf nach Bonn zu fahren? Ja, das hat es. Und warum? Weil es ein sehr gut organisiertes Event war mit einer überaus freundlichen Atmosphäre in einem wunderbaren Stadion und mit der gewohnt perfekten Betreuung durch Lars und Jan Vocke im Bereich der Zeitnahme und Auswertung. Und weil man viele Mitstreiter treffen konnte, die einem im Laufe der Jahre ans Herz gewachsen sind. Dass obendrein das Wetter so gut mitspielte, erwies sich als das Sahnehäubchen on top.

Auf dem Zeitplan standen zehn Disziplinen, darunter erfreulicherweise auch Coasting und die Sprungwettbewerbe, letztere sogar indoor. Im Vorfeld bestand ein wenig in Sorge darüber, wie man dieses umfangreiche Programm an einem einzigen Tag über die Bühne bringen wollte, ohne erst in der Dunkelheit der späten Abendstunden fertig zu werden. Eine zwei- oder sogar zweieinhalbtägige Renn-Meisterschaft hat letztlich nurmehr die 800m und die lange Staffel zusätzlich in petto. Aber es gelang perfekt: mit guter Struktur, mit Pünktlichkeit auf allen Ebenen und mit flotter Auswertung eines jeden Laufs, so dass die Rennen zügig nacheinander stattfinden konnten. Und immer und überall traf man auf Freundlichkeit und Wohlwollen.

In vielerlei Hinsicht erfüllte der Wettkampf für die drei EVB-Fahrer Trainingszwecke. Mit ihm bot sich die Chance, zumindest einmal vor der BM auf der Rennhexe gesessen zu haben. Weder Henriette noch Micha haben die Zeit oder die Möglichkeit, adäquat für Rennwettbewerbe zu trainieren, Timo ist zumindest hin und wieder auf einer Bahn nahe seinem Heimatort unterwegs und dreht dort in Eigeninitiative seine Runden. Für ihn sind die Einradrennen eine noch sehr neue Disziplin und eine Ergänzung zu seinen bemerkenswerten Skills im Bereich Langstrecke und Muni. Sie bedeuten Herausforderung, an der er wachsen will und wachsen kann. Der RhEinrad-Cup, die BM in Gilching und die DM in Illertissen dienen also in erster Linie als Vorbereitungs-Camps auf die UNICON in Steyr.

Der Tag startete mit den 200 Metern, bei denen Michael der Konkurrenz in der AK Open mixed in erstaunlicher Weise davonfuhr. Timo stieg leider gleich am Start zu dieser Strecke ab. Die Bahn 4, auf der er ins Rennen gegangen wäre, war noch nass nach den Regenfällen der letzten Woche. Und so blieb er nicht der einzige, dessen Reifen im Moment der ersten Kraftübertragung durchdrehte und ihn aus dem Sattel holte. Seine AK war fast schon ein vorgezogener WM – Endlauf. In Steyr kommen als Konkurrenz vermutlich nur noch Sebastian Attenberger von den Hockey-Tigers, Jelle Jacobs aus Belgien und der eine oder andere Starter aus Japan dazu.

Henriette stieg über 50m Einbein ins Geschehen ein. Noch ein wenig angeschlagen nach der „ELSBET-Grippe“, die große Teile der Teilnehmer des gleichnamigen Muni-Events über Pfingsten in der Schweiz ereilt hatte, musste die Anzahl der Einfahrdurchgänge achtsam gewählt und vor allem minimal gehalten werden, um nicht schon im ersten Wettbewerb das Pulver zu verschießen. Dafür waren der 3. Platz in der AK und der 5. Platz im Finale dann gar nicht so übel. Gewonnen hat sie Coasting und den Weitsprung, beides mit Leistungen, die zwar mit gutem Abstand für den Sieg sorgten, für ihre persönlichen Ansprüche aber grundlegend nicht zufriedenstellend gewesen wären. Unter den besonderen Bedingungen aber – Infekt und noch kein Renntraining in 2026 – war das dann doch ganz akzeptabel. Platz zwei wurde es im Wheelwalk, sowohl in der AK als auch im Finale. Den Hochsprung ließ sie weg, die Kraft dafür war noch nicht wieder da. Auch für den IUF-Slalom reichte das Vertrauen in die wiedererlangten Kräfte noch nicht, um die notwendige Anzahl an Einfahrdurchgängen zu absolvieren. Hierfür mussten drei Kreiselrunden langen. Trotzdem genügte erstaunlicherweise eine Zeit, die sie zuletzt in der U13 gefahren ist, um auf Platz 3 zu kommen.

Timo wurde Dritter im Coasting und erreichte über 400 Meter das Finale. Sein AK-Vorlauf musste dabei wiederholt werden, das Startsignal hatte die Zeitmessung nicht rechtzeitig ausgelöst, und so stand bei der Zieldurchfahrt des Führenden der Fabelweltrekord von 48 Sekunden auf der Anzeigetafel. Timo nahm es als Geschenk, das ihm ermöglichte, Erfahrung zu sammeln und zu üben. Seine Challenge ist nun, auf die Trittfrequenz zu kommen, die ein Gert-Jan oder ein Malte ihm voraushaben, weil sie über 10 Jahren für Training und Wettkampf auf der Rennhexe sitzen. Platz 4 in AK und Finalwertung wurde es jeweils im Weit- und im Hochsprung.

Michaels weiterer Tag bestand aus souveränen Siegen über 100 m, 400 m und im IUF-Slalom sowie dem Einzug ins Wheelwalk-Finale. Nur im 50-m-Einbeinrennen lief nicht alles nach Plan – dort stieg er bei 49 Metern ab.

Unser Dank geht an den Ausrichter, an alle Helfer und Unterstützer und ans Catering in Bonn!